a.i.d.a.-Archiv Muenchen

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Rechte Aktivitäten Januar 2011


3. Januar 2011

Regnitzlosau-Oberprex. Neonazitreffen im ehemaligen "Gasthof Egerländer" (im Besitz der "Freien Netz Süd"-Aktivist_innen). Mit ca. 50 Teilnehmer_innen aus Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg.
Quelle: MOVE-Vogtland.

 

6. Januar 2011

Regnitzlosau-Oberprex. Neonazistischer "Kameradschaftsabend" im ehemaligen "Gasthof Egerländer" (im Besitz der "Freien Netz Süd"-Aktivist_innen). Mit ca. 15 Teilnehmer_innen.
Quelle: MOVE-Vogtland.

 

15. Januar 2011

Regnitzlosau-Oberprex. Neonazitreffen im ehemaligen "Gasthof Egerländer" (im Besitz der "Freien Netz Süd"-Aktivist_innen). Mit ca. 30 Teilnehmer_innen aus Bayern, Sachsen und Thüringen.
Quelle: MOVE-Vogtland.

 

17. Januar 2011

München. Ausgerechnet das in städtischer Hand befindliche Kulturzentrum "Gasteig" bietet der extremen Rechten Raum: So kommt es zu einer ungestörten Veranstaltung der extrem rechten Zeitschrift "Sezession" im Presseraum (EG). Mit den Referenten Götz Kubitschek ("Institut für Staatspolitik", Albersroda-Schnellroda) und Alexander Kissler ("eigentümlich frei"-Autor und "Focus"-Mitarbeiter, München), moderiert von Felix Menzel ("Blaue Narzisse", Chemnitz). Über sechzig Teilnehmende aus den unterschiedlichsten extrem rechten Spektren treffen sich zu der "Diskussionsveranstaltung", zu der kurzfristig das "Institut für Staatspolitik" intern per Brief und Flyer sowie die extrem rechten Publikationsprojekte "eigentümlich frei", "Blaue Narzisse" und "Sezession" online mobilisiert hatten. Zu den Besucher_innen zählen zahlreiche bekannte rechte Funktionär_innen und führende Aktivist_innen, unter anderem Christian Jung (CSU und Fördermitglied der rechten Partei "Die Freiheit"), Michael Stürzenberger, Roland Heinrich und Florian Euring (alle "Politically Incorrect" bzw. "Bürgerbewegung Pax Europa"), "Deutsche Burschenschaft"-Homepagebetreuer Maximilian Reingruber (München), weitere Danubia-Burschenschafter und bündische Aktivisten. Am Ende ist auch Rechtsaußen-Schreiber und "Focus"-Redakteur Michael Klonovsky (München) anwesend. Der neoliberale "Eigentümlich frei"-Autor Alexander Kissler lamentiert über Schulen, in denen Deutsche als "Schlampen und Schweinefresser" beschimpft würden und darüber, dass mensch nicht mehr "Ausländer" und "Volk" sagen dürfe, "Edition Antaios"-Verleger Götz Kubitschek wehklagt wegen einer "fehlenden Meinungsfreiheit" und landet recht schnell bei Volksgemeinschafts-Gedanken: "Wer gehört zu unserer Schicksalsgemeinschaft?".

 

18. Januar 2011

München. Ein 67-jähriger Münchner beleidigt einen im Einsatz befindlichen Polizeibeamten mit Migrationshintergrund u.a. als "Drecksmoslem". Der Beamte in Zivil war wegen eines Notrufes zu einer Nachbarwohnung im Olympiadorf unterwegs, als er vom dem Mann angegangen wurde. Der Rentner wird sich nun u.a. wegen Volksverhetzung und Beleidigung vor Gericht verantworten müssen.

Quelle: PP München Pressebericht vom 23.1.2011, Süddeutsche Zeitung vom 24.1.2011

 

20. Januar 2011

Regnitzlosau. Immer wieder versuchen bayerische Neonazis, an Veranstaltungen teilzunehmen, die sich der Aufklärung über bzw. dem Kampf gegen die rechte Szene widmen. Der "Freies Netz Süd"-Aktivist Tony Gentsch (Oberprex) taucht am Abend mit einer jungen "Kameradin" und zwei "Kameraden" bei einer Veranstaltung der Initiative "Hof ist BUNT nicht braun" im Jugendzentrum Regnitzlosau auf. Ziel der Veranstaltung ist, antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die von Tony Gentsch betriebene und von Neonazis des "Freien Netz Süd" regelmäßig genutzte Immobilie "Gasthof zum Egerländer" in Oberprex zu fördern. Bei der Veranstaltung berichten der Journalist Maik Baumgärtner sowie Mitarbeiter_innen von MOVE Vogtland und MOBIT Thüringen den 120 oberfränkischen Teilnehmer_innen von ihren Erfahrungen in den benachbarten Bundesländern.

 

22. Januar 2011

Langen (Hessen)/München. Anläßlich des Todes des Neonazis Thomas Brehl kommt es zu einer Veranstaltung der bundesdeutschen Neonaziszene auf dem Gelände des "Kleintierzuchtvereins Langen" (Hessen). Bei der Zusammenkunft halten zwei Münchner Aktivisten Reden: Fred Eichner und Vince Herczeg. Fred Eichner tritt im schwarzen Hemd der extrem rechten Münchner Darkwave-Band "Von Thronstahl" vor die "Kameraden" und erinnert an die Gründung der Münchner "Kameradschaft 16" innerhalb der "Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten" (ANS/NA). Eichner ist aktuell für mehrere neonazistische Gruppen in München aktiv, z.B. für die "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG) oder die NPD. Für die "Bürgerinitiative Ausländerstopp" (BIA) kandidierte er im März 2008 erfolglos bei der Münchner Stadtratswahl auf Listenplatz 7, für die NPD trat er ebenso erfolglos bei der bayerischen Landtagswahl 2008 als Direktkandidat im Stimmkreis München-Schwabing wie auch auf Landeslistenplatz 18 an.

 

23. Januar 2011

Altötting. In der Nacht von Samstag, 22. Januar 2011, auf Sonntag, 23. Januar 2011, sprühen Neonazis auf zahlreiche Gebäude im Stadtgebiet Altötting Schablonengraffities mit den einschlägigen Parolen "Nationaler Sozialismus Jetzt Widerstand", "Jetzt Freiheit statt BRD", "NS Revolution", "BRD = Volkstod", "§ 86a und 130 Abschaffen Widerstand.Info", "R. A. C.".
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd, Rosenheim)

 

24. Januar 2011

Markt Indersdorf (Lkr. Dachau). Eine Postkarte mit üblen antisemitischen Hetzparolen geht im Bürgerbüro des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Güll in Markt Indersdorf ein. Sie richtet sich gegen den Politiker, vor allem aber gegen den Auschwitz- Überlebenden Max Mannheimer. Mannheimer, Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und Vizepräsident des internationalen Dachau-Komitees hatte erst am Vortag bei einer Veranstaltung im Bürgerbüro über seine Erlebnisse berichtet.

Der bislang anonyme Absender beleidigte Mannheimer, der im Holocaust fast seine gesamte Familie verlor, als "Schmarotzer" und "kerngesunden KZ-Urlauber". Nun ermittelt die Staatsschutzabteilung wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Quelle: SZ vom 26.1.2011 und Münchner Merkur vom 27.1.2011

 

28. Januar 2011

Murnau. Der Murnauer Neonazi-Mailorder "Versand der Bewegung" von NPD-Funktionär Matthias Polt veranstaltet einen "Liederabend" in den eigenen Räumen (Burggraben 62). Beworben wird das rechte Konzert im Vorfeld u. a. auf der Homepage der NPD Oberbayern. An diesem Abend tritt ein öffentlich nicht näher benannter "Liedermacher aus der Reichshauptstadt" auf, dabei handelt es sich nach a.i.d.a.-Informationen um Thomas Eichberg. Im Nachhinein lobt der neonazistische "Freundeskreis Gilching" in einem Veranstaltungsbericht, dass es keine polizeilichen Vorkontrollen gegeben habe.

 

29. Januar 2011

München. Eine Vortragsveranstaltung von "PI München" kann kurzfristig verhindert werden. Ursprünglich planten die Rechtspoulist_innen einen Abend mit zwei Vorträgen ab 17.00 Uhr im "Bayerischen Schnitzel- und Hendlhaus" (Bayerstr. 35). Angekündigt war unter anderem ein Referat eines "Ottobrunner Professors" unter dem verschwörungstheoretisch klingenden Titel "Die wahren Gründe für die Zulassung türkischer Gastarbeiter in den 60er Jahren nach Deutschland". Danach sollte der selbsternannte Münchner "Islamkritiker" Stefan Ullrich, Ex-CSU-Funktionär und Macher der Website "Deus Vult", zum Thema "Was hat Mohammed denn Neues gebracht...? Wie sich der Islam aus Juden-und Christentum (fehl)entwickelt hat" sprechen. Gegen die Veranstaltung intervenieren die Münchner "Antifa NT" mit einer Pressemitteilung und Politiker_innen des Bezirksausschusses mit einem Brief an den Wirt. Dieser zeigt Zivilcourage und sagt die Veranstaltung zügig ab. Die PI-München-Aktivist_innen um Michael Stürzenberger verschweigen das: Ein Referent sei erkrankt, geben sie in der Öffentlichkeit als Grund für die kurzfristige Absage an.