a.i.d.a.-Archiv Muenchen

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Rechte Aktivitäten September 2010


18. September 2010

Regnitzlosau / Oberprex: Über 50 Neonazis aus mehreren Bundesländern feiern den Geburtstag von Tony Gentsch (KS Hof; Freies Netz Süd) in der Immobilie "Gasthof Egerländer" in Oberprex, wie die antifaschistische Initiative "MOVE-Vogtland" berichtet. Die Immobilie wurde von der Familie Gentsch im März 2010 erworben.

 

18. September 2010

Neonazis der Kameradschaft München und Kameradschaft Miesbach  Foto: Robert AndreaschMiesbach. Am Rand einer antifaschistischen Kundgebung, die sich gegen die zunehmenden Aktivitäten der "Kameradschaft Miesbach" und anderer Nazis in der Region richtet, tauchen zehn Neonazis auf dem Miesbacher Marktplatz auf. Unter den zum Teil vermummten Neonazis befindet sich mit Michael Hutter (Schliersee) die bisher führende Figur der "Kameradschaft Miesbach" sowie mit Karl-Heinz Statzberger und Thomas Huber das Führungspersonal der "Kameradschaft München". Die Neonazis versuchen, eine antifaschistische Infowand zu beschädigen und werden dann gegenüber Antifaschist_innen auf der Kundgebung handgreiflich.



Michael Hutter (2.v.l.) und Thomas Huber (3.v.r.)  Foto: Robert Andreasch

Neonazi-Angriff. Karl-Heinz Statzberger vermummt sich.  Foto:Robert Andreasch

Als die Kundgebungsteilnehmer_innen sich wehren und auch Polizeibeamte einschreiten, entfernen sich die Neonazis. Da die schwarzgekleideten Aggressor_innen wenig später erneut versuchen, zur Kundgebung zu gelangen, werden sie in Gewahrsam genommen, kurze Zeit später jedoch wieder entlassen. So können die Neonazis, von denen nach Auskunft der Polizei sieben im Landkreis Miesbach wohnen, nach dem Ende der Antifa-Kundgebung erneut Jugendliche am Marktplatz fotografieren und bedrohen. Im Vorfeld der antifaschistischen Kundgebung waren von Neonazis am Bahnhof Miesbach Anti-Antifa-Sprühereien und Hakenkreuze angebracht worden.

Neonazistische Schmierereien am Bahnhof Miesbach.  Foto: Robert Andreasch

 

25. September 2010

Naziaufmarsch in Schwandorf, Teil 1.  Foto: Robert AndreaschSchwandorf. Unter Leitung von Daniel Weigl ("Widerstand Schwandorf", Wackersdorf) und Benjamin Boss ("Nationale Sozialisten Amberg") marschieren 40 Neonazis aus Kameradschaftsszene und NPD in der oberpfälzischen Kleinstadt auf. Im Regen laufen sie kurz nach 11.30 Uhr vom Parkplatz am Bahnhof das kurze Stück zum recht menschenleeren Platz am Parkhausforum. Hinter dem Fronttransparent des "Freien Netz Süd" ("Vorsicht Scheindemokratie!") und einem behindertenfeindlichen Transparent (mit einer Abbildung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble) gröhlen die Teilnehmer_innen Parolen, unter anderem "Nationaler Sozialismus, jetzt, jetzt, jetzt!".



Naziaufmarsch in Schwandorf, Teil 2.  Foto: Robert Andreasch

Auf der anschließenden Kundgebung reden neben Weigl und Boss auch Robin Siener ("Kameradschaft Urd & Skuld Cham") und Walter Strohmeier ("Freie Nationalisten Bayernwald", Drachselsried). Zum Aufmarsch, der anschließend gegen 13.15 Uhr wieder am Bahnhof endet, sind auch bekannte Neonazis aus Bayern angereist, z. B. NPD-Funktionär Karsten Panzer und die "Freies Netz Süd"-Kader Thomas Schatt (München) und Kai Zimmermann (Nürnberg).

Kundgebung in Schwandorf.  Foto: Robert Andreasch

 

25. September 2010

Neonazis im Park.  Bild: Robert AndreaschAmberg. Nach dem Aufmarsch in Schwandorf fahren die Neonazis ungehindert nach Amberg, obwohl sie dort, so hatte es das a.i.d.a.-Archiv schon vorher aufgedeckt und gewarnt, eine am Nachmittag stattfindende antifaschistische Demonstration von Gewerkschaften und Antifa-Initiativen angreifen wollen. In Amberg sammeln sich etwa 40 Neonazis in einem Park in der Stadtmitte und rennen, viele schwarzgekleidet und zum Teil vermummt, in Richtung der Antifa-Demo. Festgesetzte Neonazis.  Bild: AIDLDie Antifaschist_innen sind zu diesem Zeitpunkt jedoch zu einer Zwischenkundgebung abgebogen und nicht auf der von den Neonazis vermuteten Route unterwegs. Die Polizei kann die aggressiven Neonazis, unter ihnen viele führende Kameradschaftsaktivist_innen und oberpfälzische NPD-Funktionäre (z. B. Benjamin Boss, Daniel Weigl, Martin Aas, Heidrich Klenhart, Tristan Spichal) in den Park zurückdrängen bzw. dort festsetzen. Ohne Personalienfeststellung werden die Neonazis von der Polizei erst vor das Max-Reger-Gymnasium und schließlich in den Hof des häufig für neonazistische Veranstaltungen genutzten "Pilspub 500" geleitet. Nach einer halben Stunde dürfen die Neonazis ohne Ingewahrsamnahme von dort wieder abziehen.