a.i.d.a.-Archiv Muenchen

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Rechte Aktivitäten Juli 2008


1. Juli 2008

REGENSBURG. Ein 22-jähriger Burgweintinger muss wegen Körperverletzung und "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" sieben Monate in Haft. Der Mann hatte im Frühjahr einem 18 jährigen eine Kopfnuss verpasst und einem anderen Mann der in die Auseinandersetzung eingreifen wollte ins Gesicht geschlagen, ausserdem zeigte er den Hitlergruß. Auf Grund zweier laufender Bewährungsstrafen kannte der Richter kein Pardon.
 

6. Juli 2008

BAD KISSINGEN. Ein angetrunkener 28-jähriger provoziert am frühen Sonntagmorgen eine Polizeistreife durch mehrmaliges Zeigen des "Hitlergrußes". Die Provokation war erfolgreich, der Mann bekommt eine Anzeige.
 

12. Juli 2008

RAIN (Lkr. Donau-Ries). Eine Gruppe von 20 rechten Skinheads liefert sich in der Nacht zum Sonntag auf dem Rainer Stadtfest eine Schlägerei mit einer gleich großen anderen Besuchergruppe. Etwa 30 Polizeibeamte verhindern eine weitere Eskalation. Die Kripo Dillingen soll nun klären woher die Skinheads kamen und warum sie sich in Rain getroffen haben.
 

12. Juli 2008

MÜNCHEN. Auch in diesem Jahr nutzt die Münchner Neonaziszene das Bühnenprogramm des CSD (Christopher Street Day) am Münchner Marienplatz für eine Störaktion. Mindestens zehn vorwiegend männliche extreme Rechte halten zu Beginn der Rede von OB Christian Ude (SPD) weiße Plakate mit provokativen Slogans in die Höhe. OB Ude reagierte in seiner Rede als Schirmherr des CSD darauf mit Souveränität - und mit dem Aufruf ans Publikum, sich nicht zu Gewalt provozieren zu lassen. Die Aufschriften der Plakate richten sich in erster Linie gegen den Auftritt des CSD-Schirmherrn Ude, aber auch die sexuelle Orientierung von Ude und seiner Frau sind Zielscheibe der beleidigenden Agitation auf den dümmlichen Plakaten. „Ist Christian Ude schwul?“ heißt es da, oder: „Ist Edith von Welser-Ude lesbisch?".
Weitere Plakate drehen sich um die familienpolitischen Anliegen der Neonazis: Mit Aufschriften wie "Familie=Vater+Mutter+Kind" oder "Toleranz mit Grundwerten" wählten die Neonazis Slogans rund um das klassisch-konservative Familien- und Gesellschaftsbild. Gleichzeitig transportieren die Rechten damit ihr aktuelles Steckenpferd, den Kampf gegen die variable Geschlechterrollenverteilung und das "Gender Mainstreaming". Homophobe Parolen überwiegen auf den Plakaten jedoch, etwa mit Aufschriften in typischer perfider Täter-Opfer-Verdrehung: "Therapie für Heterophobie".

 

Neonazi-Plakate beim CSD
12. Juli 2008: Neonazi-Plakate beim CSD (Foto: M. Haugg)

Nicht zuletzt richtet sich die Störaktion von ganz rechts klar gegen den politischen Kern der schwullesbisch-transsexuellen Veranstaltung. Auf Nazi-Parolen wie "Keine Zwangshomosexualisierung" oder "Keine Provokation mit Adoption" reagiert das Publikum jedoch beherzt und entreißt den Rechten teilweise die Plakate. Unter Pfiffen und "Nazis raus"-Rufen der CSD-TeilnehmerInnen wird die rechte Gruppe von der Polizei nach ca. 10 Minuten aus der Menge entfernt und erhält Platzverweise. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, eventuell wird die neonazistische Provokation als nicht angemeldete Demonstration eingestuft.

Unter den Neonazis auf dem Marienplatz befinden sich Kameradschaftsmitglieder der "Kameradschaft Erding", Mitglieder der "Freien Nationalisten München" und der NPD, wie Philipp Hasselbach, Mike Nwaiser und Sven Grams, auch Norman Bordin bezichtigte sich am nächsten Tag selbst, an der Störaktion teilgenommen zu haben.
Einen Tag nach dem Vorfall veröffentlichen die "Freien Nationalisten München" einen Bericht über die Aktion auf ihrer Homepage. Mit verhetzenden Phrasen sparten die Neonazis dabei nicht, z. B. schreiben sie von "zahlreichen AIDS-Kranken".

 

17. Juli 2008

WALDKRAIBURG. Ein 25-jähriger Priener kassiert beim Besuch des Volksfestes eine Anzeige auf Grund seines gut sichtbaren Hakenkreuz-Tattoos auf dem Arm und eines weiteren auf den Handknöcheln mit dem Wort Hass, bei dem das Doppel-SS einer verbotenen Sigrune entspricht. Ein 20-Jähriger aus Waldkraiburg wird angezeigt, weil er Parolen wie "Sieg Heil", "Deutschland den Deutschen" und "Ausländer raus" ruft.
 

19. Juli 2008

FREISING. In der Nacht zum Sonntag verursachen neonazistische Schmierereien in der Unterführung des Freisinger Bahnhofsgebäudes einen Sachschaden von 200 Euro.
 

22. Juli 2008

AMBERG. In der Altstadt von Amberg werden Parkbänke, Mauern, Abfalleimer und anderes mit rechtsextremistischen Parolen mittels Schablone besprüht.
 

23. Juli 2008

FREISING. Drei Gebäude der TU Weihenstephan werden mit neonazistischen Parolen beschmiert.