3. Mai 2008
KARLSKRON/MÄNDLFELD (Lkr. Neuburg-Schrobenhausen). 35 Personen finden sich zu einer NPD-Informationsveranstaltung in der Gaststätte "Little Nugget" in der Wirtsstraße ein. Unter ihnen befinden sich der NPD-Vorsitzende Udo Voigt, der BIA-Stadtrat Karl Richter und der Neonazi Norman Bordin. Etwa 50 Menschen u.a. aus Ingolstadt, aber auch der Karlskroner Bürgermeister und einige Gemeinderäte protestieren gegen die extrem Rechten.
3. bis 4. Mai 2008
MITTENWALD. 800 Personen nehmen am alljährlichen Gebirgsjägertreffen auf dem "Hohen Brendten" bei Mittenwald teil. Die größte soldatische Feier in der Bundesrepublik wird organisiert vom "Kameradenkreis der Gebirgstruppe", der die Kriegsverbrechen deutscher Wehrmachtsangehöriger weitestgehend leugnet bzw. ignoriert. Etwa 150 Menschen demonstrieren am Samstag mehrere Stunden in Mittenwald gegen diese Veranstaltung.
10. Mai 2008
BAD REICHENHALL. Zum neonazistischen Totengedenken für die französischen Freiwilligen der Waffen-SS Division Charlemagne besuchen mehrere Personen den Friedhof St. Zeno. Die Polizei sorgt durch Zugangskontrollen dafür, dass sich nur kleinere Personengruppen dort gleichzeitig aufhalten. Anschließend versammeln sich etwa 90 Personen beim ehemaligen so genannten "Franzosen-Denkmal" am Kugelbach bei Karlstein, darunter auch einige extrem Rechte mit schwarzen Fahnen. Die Fahnen müssen wieder eingerollt werden, weil diese im Auflagenbescheid zur Kundgebung untersagt worden waren.
12. Mai 2008
ROSENHEIM. Ein vom äußeren Erscheinungsbild her der rechten Szene zu zuordnender Mann bedroht zwei junge Männer im Rosenheimer Atrium mit einem Messer.
15. Mai 2008
MÜNCHEN. Ein 35-jähriger betrunkener Münchner beleidigt in den frühen Morgenstunden einen 33-Jährigen aus Kamerun mit fremdenfeindlichen Sprüchen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, versucht er anschließend, den in München lebenden Programmierer mit der Faust zu schlagen, was einer seiner Begleiter jedoch verhindert. Der Münchner zeigt anschließend noch den Hitlergruß. Nachdem der Kameruner die Polizei gerufen hat, nimmt diese den Täter ein paar Minuten später fest.
17. Mai 2008
TRAUNSTEIN. Der NPD-Kreisverband Traunstein führt eine Saalveranstaltung mit Karl Richter von der "Bürgerinitiative Ausländerstop München" durch. Rund 250 Personen demonstrieren gegen die Veranstaltung. Ein Bündnis "Traunstein gegen Rechts" hat zu der Kundgebung in der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße aufgerufen. Die Polizei nimmt acht Personen wegen angeblichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vorläufig fest und verhält sich vor allem den "Autonomen Antifas" gegenüber äußerst repressiv.
20. Mai 2008
ICKING. Das Todesmarsch-Denkmal in Dorfen wird mit einem weißen Hakenkreuz beschmiert. Wie die Polizei mitteilt, dürfte diese Schmiererei allerdings schon vor etwa 14 Tagen geschehen sein. Das Mahnmal erinnert an die Leiden der KZ-Häftlinge noch in den letzten Kriegstagen 1945.
23. / 24. Mai 2008
INGOLSTADT. Beim Black-Metal Fest "Storm of Destruction" im Ingolstädter Ohrakel kommt es zu einigen rechtsextremistischen Vorfällen. So berichten Zeugen vom Abspielen eindeutig rechtsextremer Musik aus den Autos einiger Konzertbesucher und einer Reichskriegsflagge in einem Bus. Diese wird dann auch über den zum Zeltlager umfunktionierten Parkplatz getragen. An einem Verkaufsstand wird rechtsextremes Material angeboten. Beim Auftritt der italienischen Band "Frangar" sind dann auch Mitglieder der französischen Neonazi-Gruppe "Ad Hominem", unter anderen der Bandführer "Kaiser Wodhanaz", beteiligt. "Ad Hominem" betreibt nach Aussage eines Musikexperten eine deutliche Glorifizierung des Holocaust. Der Konzertveranstalter Kamil S. will nach eigenen Angaben mit Nazis nichts am Hut haben. Eine Liste der auftretenden Bands habe er vorab beim Kulturamt und der Polizei eingereicht. Von dort gibt es keine Einwände. Insgesamt vermeldet die Ingolstädter Polizei nach dem Wochenende lediglich zwei Vorfälle mit alkoholisierten Konzertbesuchern.
26. Mai 2008
Landsberg. Eine Gruppe von Neonazis, darunter Roland Wuttke (NPD) sowie rund 15 "Autonome Nationalisten" halten eine Feierstunde am ehemaligen Standort des Gedenksteins für den Freikorps-„Helden“ Albert Schlageter ab. Die Neonazis gedenken damit dem 85. Todestag Schlageters, der nach dem 1. Weltkrieg im besetzten Rheinland gegen die französischen Besatzer kämpfte, verhaftet, wegen Sabotage verurteilt und eben am 26. Mai 1923 hingerichtet wurde.
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