1. März 2008
MURNAU. Etwa 30 Angehörige der extremen Rechten besuchen eine Sonderverkaufsaktion des neonazistischen "Sturmversand 24" bzw. "Versand der Bewegung". Anschließend findet noch ein Liederabend statt.
1. März 2008
STRAUBING. Ein 32-jähriger betrunkener Mann gröhlt in der Straubinger Innenstadt mehrfach Naziparolen und zeigt den Hitlergruß. Dafür verbringt er die Nacht in der Arrestzelle und sieht einem Strafverfahren entgegen.
1./2. März 2008
ROSENHEIM. Am Wochenende werden etliche Gebäude mit Nazi-Parolen und Hakenkreuzen besprüht. Es trifft ein Wohngebäude am Max-Josefs-Platz, das Heimatmuseum, ein Schuhgeschäft in der Nikolaistraße. und ein Haus in der Heilig-Geist-Straße.
4. März 2008
BAMBERG. Die NPD-Kundgebung vor dem Bamberger Theater mit den Funktionären Günter Kursawe aus Coburg und Axel Michaelis aus Wachenroth (Lkr. Erlangen-Höchstadt) hat sehr geringen Zulauf. Nur 40 Teilnehmer wollen sich den ohrenbetäubenden Protesten von ca. 600 Bambergerinnen und Bambergern aussetzen. Nach einer Stunde mit unverständlichen Redebeiträgen, Fackeln und Musik vom Band ziehen die extrem Rechten wieder ab.
6. März 2008
FÜRTH. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wird die Hausfassade einer Fürther Familie besprüht, die wegen ihres antifaschistischen Engagements zur Zielscheibe neonazistischer Attacken der "Anti-Antifa" geworden ist. Es entsteht Sachschaden in Höhe von ca. 5.000 Euro.
8. März 2008
FÜRSTENZELL (Lkr. Passau). Etwa 50 TeilnehmerInnen, davon die Hälfte aus Österreich, bei der NPD-Kundgebung auf dem Fürstenzeller Marktplatz sehen sich 500 GegendemonstrantInnen gegenüber. Es kommt zu 40 Platzverweisen gegenüber linken DemonstrantInnen, 23 Protestierende werden vorübergehend in Gewahrsam genommen und zwei wegen Mitführens eines Nietenarmbandes und eines Taschenmessers festgenommen. Auch fünf Personen aus dem rechten Spektrum werden festgenommen, zwei von ihnen sind Österreicher und führen Waffen wie einen Schlagstock, einen Totschläger und ein Messer bei sich.
8. März 2008
AISLINGEN (Lkr. Dillingen). Die lang für Günzburg angekündigte Auftaktveranstaltung zum NPD-Landtagswahlkampf in Schwaben fand am 8. März 2008 letztendlich im Gasthof Adler in Aislingen (Landkreis Dillingen) statt. An der Veranstaltung des NPD-Bezirksverbands Schwaben nahmen zunächst etwa 80 Personen teil. Wie eine so genannte "VS-Recherchegruppe Süd" auf der extrem rechten Internetplattform Altermedia berichtet, verließen aber mindestens 30 von ihnen bald darauf den Saal wieder - und zwar aus Protest gegen die eigene Partei. Auslöser des Auszugs soll das Verhalten von Alexander Feyen gewesen sein, dem Mitglied des bayerischen NPD-Landesvorstands und Betreiber des "Schwarze Sonne Versands" in Rain. Feyen, so heißt es im Bericht, habe den Aufbau eines Infotischs der bayerischen Jungen Nationaldemokraten (JN), der Jugendorganisation der NPD, entgegen vorheriger Absprachen mit dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der NPD-Schwaben verhindert. Daraufhin hätten die Standbetreiber und mit ihnen aus Solidarität etliche andere den Raum verlassen. Die nachträgliche, laut dem Altermedia-Bericht erlogene, Begründung für das Standverbot lautete, es hätten "verbotene Sachen" verkauft werden sollen und die Standinhaber seien "Vertreter des autonomen Nationalismus" gewesen. Zugleich bezeichnen die Artikelschreiber Alexander Feyen, der im NPD-Landesvorstand als Abteilungsleiter Organisation wirkt, als ehemaligen Informanten des Verfassungsschutzes. Auch der NPD-Bezirksvorsitzende Schwaben, Stefan Winkler (Neu-Ulm), wird der Zusammenarbeit mit dem Staatsschutz beschuldigt. Den beiden schwäbischen NPD-Funktionären wird vorgeworfen, nicht zum ersten Mal mit staatlichen Stellen kooperiert zu haben. Zum Beweis für diese Behauptungen wird unter anderem aus einer Mail von Feyen zitiert. Aus dieser gehe hervor, dass Feyen ohne Not den Veranstaltungsort mit dem Staatsschutz absprechen wollte und damit "anreisende Kameradinnen und Kameraden offen kriminalisierte". Die Autoren fordern die Ausgrenzung von Alexander Feyen und Stefan Winkler aus den nationalen Zusammenhängen. Auf der Veranstaltung selber sprachen neben dem Bezirksvorsitzenden Stefan Winkler, der stellvertretende bayerische DVU-Landesvorsitzende Walter Baur, der bayerische NPD-Landesvorsitzende Ralf Ollert sowie Sascha Roßmüller, der stellvertretender NPD-Parteivorsitzender und Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion ist. Als musikalischen Beitrag gab Frank Rennicke Lieder zum Besten.
8. März 2008
BAMBERG. Ein Leipziger Student handelt sich eine Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein. In einer Bamberger Kneipe zeigt der angetrunkene Student einer Personengruppe mehrmals den Hitlergruß.
12. März 2008
STRAUBING. Weil er Gäste und Belegschaft mit "Heil Hitler" Rufen provozierte kassiert ein 32-jähriger angetrunkener Straubinger ein Lokalverbot und eine Anzeige.
14. März 2008
KERSBACH (Lkr. Forchheim). Ein Unbekannter schmiert mit schwarzer Farbe ein Hakenkreuz auf eine Garage.
15. März 2008
MARKTHEIDENFELD. Infostand des NPD-Kreisverbands Spessart-Untermain u.a. mit Matthias Bauernfeind am Busbahnhof.
15. März 2008
WEIDEN. Ein 23-Jähriger zeigt beim Betreten eines Weidener Bistros den Hitler-Gruß und greift einen US-Soldaten an.
17. März 2008
TRAILSDORF (Lkr. Forchheim). Auf einen Stromverteilerkasten wird ein Hakenkreuz gesprüht.
19. März 2008
MÜNCHEN. Nachdem ein 45-jähriger Berufskraftfahrer aus Gilching seinen Transporter an eine Betonsäule im Stadtteil Lehel setzte und Passanten den Schaden begutachten wollten, ruft er "Heil Hitler" und zeigt ihnen den Hitlergruß. Daraufhin wird er festgenommen.
Kurze Zeit später meint ein Touristenpaar aus Mexiko ausgerechnet am "Platz der Opfer des Nationalsozialismus" für ein Urlaubsfoto mit Hitlergruß posieren zu müssen. Ein Passant verständigt die Polizei. Erst nach einer Sicherheitsleistung von 450 € an die Polizei können sie ihre Reise fortsetzen.
22. März 2008
WÜRZBURG. Volksverhetzende und antisemitische Lieder gröhlend ziehen sieben Männer im Alter zwischen 17 und 28 Jahre durch die Würzburger Innenstadt. Dabei zeigen sie auch den Hitlergruß. Gegen alle Beteiligten wird nun ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen eingeleitet.
22. März 2008
HERZOGENAURACH (Lkr. Erlangen-Höchstadt). Zahlreiche Hakenkreuze und rechte Parolen werden zwischen dem 20.3. und 22.3. gesprüht. Das größte Hakenkreuz misst 2 auf 2 Meter.
24. März 2008
NÜRNBERG. Am Ostermontag werden im Nürnberger Rosenau-Park Nazi-Schmierereien entdeckt. Die Figuren des "Minnesängerbrunnen" und des Denkmals wurden mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen besprüht.
28./ 29. März 2008
LICHTENFELS. Zum fünften so genannten "Ragnarök" Festival kommen etwa 5000 Pagan Metal Fans in die oberfränkische Kleinstadt. Die Polizei verzeichnet mit rund 70 Einsätzen einen enormen Zuwachs an Vorfällen. Auch wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (verbotene Runen und andere Zeichen) werden zwei Verfahren eingeleitet. Der Veranstalter selbst gibt an, einen Verkaufstand an dem CDs mit NS-Black Metal Musik angeboten wurden, geschlossen und Personen die T-shirts indizierter Bands trugen vor die Wahl gestellt zu haben diese auszuziehen oder das Festival verlassen zu müssen.
29. März 2008
AUGSBURG. Zur Demonstration des neonazistischen "Augsburger Bündnis - Nationale Opposition e.V." finden sich etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Als Redner beteiligen sich Mike Nwaiser und Philipp Hasselbach, beide aus dem Spektrum der so genannten "Autonomen Nationalisten", der stellvertretende bayerische NPD-Landesvorsitzende Roland Wuttke sowie Walter Baur stellvertretender bayerischer Landesvorsitzender der DVU, der gleichzeitig auf der NPD-Liste für den Landtag kandidiert. Die Polizei spricht von ca. 450 Personen des linken und bürgerlichen Spektrums die die Demonstration mit lautstarken Protesten begleiten. Es gibt mehrere Blockadeversuche durch Antifaschistinnen und Antifaschisten.
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