a.i.d.a.-Archiv Muenchen

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Rechte Aktivitäten Februar 2008


1. Februar 2008

STRAUBING. Hakenkreuze und SS-Runen werden auf die Fassade eines Hauses der Arbeiterwohlfahrt gesprüht.
 

3. Februar 2008

DOLLNSTEIN (Lkr. Eichstätt). In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden das Dollnsteiner Rathaus und ein Buswartehäuschen mit orangefarbenen Hakenkreuzen und dem Schriftzug "NPD" besprüht.
 

3. Februar 2008

DINGOLFING. Ein Unbekannter ritzt ein Hakenkreuz in die Motorhaube eines PKWs und verursacht dadurch einen Sachschaden von ca. 500 Euro.
 

3. Februar 2008

MÜHLDORF AM INN. Bei einem Faschingsumzug kommt es zu einer Massenschlägerei zwischen ca. 20 bis 30 Personen. Auslöser der Auseinandersetzung von jugendlichen Punks und Skinheads soll der Angriff eines Skinheads auf ein Mitglied einer Punkerclique gewesen sein. Nach Polizeiangaben zog sich die Auseinandersetzung der alkoholisierten Beteiligten über mehrere Straßenzüge hinweg.
 

6. Februar 2008

STRAUBING. Am Faschingswochenende werden auf zwei Werbeplakate Hakenkreuze gesprüht.
 

6. Februar 2008

MÜNCHEN. Die NPD hält ihren ursprünglich für die Stadthalle Eggenfelden in Niederbayern geplanten "Politischen Aschermittwoch" in der Münchner Gaststätte "Mathäser am Hasenbergl" ab. Grund für die Verlegung der Veranstaltung nach München war die Tatsache gewesen, dass es der "Bürgerinitiative Ausländerstopp" Ende Januar gelungen war, genug Unterstützungsunterschriften für einen Antritt zur Kommunalwahl in München zu sammeln.
Von morgens 9.30 bis nachmittags um 15 Uhr lauschen an die 200 Rechte neben Weißwurstfrühstück, Blasmusik und Fischessen den Reden der Parteiaktivisten und dem Nazi-"Liedermacher" Frank Rennicke. Für die Veranstaltung hatte die NPD aus verschiedenen Bundesländern TeilnehmerInnen herangekarrt. Sascha Wagner (NPD Rheinland-Pfalz) hatte Busse aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen und Franken organisiert. Angereist waren beispielsweise der NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt oder Udo Pastörs (NPD-Fraktionschef im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern). Daneben waren natürlich auch lokale Neonazis wie Norman Bordin oder Roland Wuttke anwesend.
Rund 100 AntifaschistInnen protestieren vor dem Gebäude gegen die Veranstaltung.

 

7. Februar 2008

BAMBERG. Aus einer Gruppe heraus beleidigt ein angetrunkener 19-Jähriger die Beamten einer Polizeistreife. Nachdem er ihnen auch noch den Hitlergruß zeigt, wird er festgenommen.
 

13. Februar 2008

CHAM. Zu einer von der JN Cham organisierten Mahnwache "Zum Gedenken an die Opfer von Dresden" finden sich laut tv-aktuell 7 TeilnehmerInnen der extremen Rechten ein.
 

14. Februar 2008

DILLINGEN. Die Polizeidirektion Dillingen berichtet, dass im gesamten Landkreis Donau-Ries zwischen 21. Januar und 12. Februar 2008 etliche Wahlplakate der Partei "Die Linke" entweder zerstört oder beschädigt wurden. Zum Teil wurden die Plakate mit Hakenkreuzen beschmiert. Betroffen sind z. B. die Orte Donauwörth, Rain, Monheim, Harburg, Kaisheim, Wemding, Oettingen und Nördlingen. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.
 

16. Februar 2008

UNTERWITTBACH (Lkr. Main-Spessart). Auf einem Privatgrundstück findet eine Feier mit etwa 60 Personen aus der extrem rechten Szene statt. Ein ursprünglich in einer Gaststätte geplantes Konzert hatte die Polizei verhindert.
 

18. Februar 2008

TAUFKIRCHEN. Eine türkische Frau wird aus einer Gruppe von vier deutschen Jugendlichen heraus von einem der Jugendlichen bedroht und mit "Scheiß Türken" und "Scheiß Ausländer raus" beleidigt. Der betreffende 16-Jährige ist der Polizei bekannt, wird von dieser aber nicht der rechten Szene zugeordnet. Die türkische Familie, die seit 30 Jahren in Taufkirchen lebt, verzichtet auf eine Anzeige. Die Staatsanwaltschaft prüft dennoch, ob der Tatbestand der Volksverhetzung gegeben ist. Die drei anderen Jugendlichen haben sich mittlerweile entschuldigt.
 

19. Februar 2008

BOOS (Lkr. Unterallgäu). Auf dem Booser Faschingsumzug ist es nach Aussagen einer Familie aus dem Raum Babenhausen zu extrem rechten Straftaten gekommen. Offensichtlich betrunkene junge Männer hätten nazistische Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Darüber informierte Sicherheitskräfte hätten nichts unternommen, so die Familie. Mit zweiwöchiger Verspätung hat die Staatsschutzabteilung der Memminger Polizei nun Vorermittlungen aufgenommen.
 

23. Februar 2008

REGEN (Lkr. Regen). Über 40 Jugendliche rufen bei einer Geburtstagsfeier in einer Hütte eines Jugenddorfes bei Regen (Niederbayern) nazistische und ausländerfeindliche Parolen. Die von einem Zeugen herbeigerufene Polizei löst die Feier auf und nimmt von allen Anwesenden, die meisten um die 20 Jahre alt, die Personalien auf. Es stellt sich heraus, dass einige der jungen Leute bereits zuvor von einer Gaststätte aus Parolen rufend zum Jugenddorf gezogen waren. Die zuständige Staatsanwaltschaft Deggendorf hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet.
 

25. Februar 2008

STRAUBING. Bei einer PKW- und Personenkontrolle entdeckt die Polizei bei einer 20-jährigen Frau und einem 29-jährigen Mann zahlreiche Hakenkreuze und Runen aufgenäht an der Kleidung und als Tätowierungen am Körper. Außerdem wird ein eventuell waffenrechtlich verbotenes Kampfmesser sichergestellt. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ist eingeleitet.

 

25. Februar 2008

AUGSBURG. Nur knapp 60 Neonazis beteiligen sich an einem Aufmarsch unter dem Motto "Im Gedenken der Opfer des alliierten Luftterrors in Augsburg". Ursprünglich sollte die Demonstration am Samstag den 23. Februar stattfinden, war aber von der Stadt Augsburg verboten worden, da im gesamten Stadtgebiet zahlreiche antifaschistische Kundgebungen, Demonstrationen, Infotische und andere Aktivitäten angemeldet waren. Die Anmelder der Neonazidemo hatten daraufhin auf einen Rechtsstreit verzichtet und die Veranstaltung auf Montag verschoben. Roland Wuttke (stellv. bayerischer NPD-Landesvorsitzender) aus Mering bei Augsburg verliest zu Beginn die Auflagen über den von Philipp Hasselbach ("Freie Nationalisten München") zur Verfügung gestellten Lautsprecherwagen. Wuttke hält auch die Abschlussrede am Königsplatz. Dabei bezeichnet er die etwa 1.000 Augsburgerinnen und Augsburger, die lautstark gegen die Neonazis protestieren, u. a. als "nichtdeutsche Meute" und "unwürdige Kreaturen". Unter den mit Wagnerklängen durch die Straßen ziehenden Neonazis befinden sich unter anderem die bekannten Münchner AktivistInnen Pia Veitl, Mike Nwaiser und Sebastian Wöhrle (Neubiberg).  Nach Ende ihres Schweigemarschs ziehen die Neonazis - von der Polizei unbehelligt - mit Parolen wie "Nationaler Sozialismus, jetzt, jetzt, jetzt" vom Königsplatz zum Bahnhof.
 

26. Februar 2008

MÜNCHEN. Zwei Angehörige der rechten Szene Münchens greifen vor einem Supermarkt im Stadtteil Bogenhausen einen russischstämmigen Jugendlichen grundlos an. Als dem attackierten 17-jährigen zwei Freunde (17 und 18) zu Hilfe kommen, entwickelt sich mit den beiden 20-jährigen angetrunkenen Neonazis eine handfeste Schlägerei. Ein rechter und der zuerst bedrängte russische Jugendliche werden leicht verletzt. Alle Personen werden zunächst von der Polizei festgenommen und später wieder freigelassen.
 

27. Februar 2008

NÜRNBERG. Als Wandergruppe getarnt will die Nürnberger "Bürgerinitiative Ausländerstopp" (BIA) eine Wahlkampfveranstaltung in der Gaststätte des Sportvereins SV Maiach durchführen. Bei der geschlossenen Veranstaltung sollen Ralf Ollert, für die BIA im Nürnberger Stadtrat und zugleich bayerischer NPD-Landesvorsitzender, sowie Karl Richter, Spitzenkandidat des Münchner Pendants und Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion als Redner auftreten. Nach Bekanntmachung dieser Veranstaltung durch die lokale Presse sagt der Wirt der Vereinsgaststätte die Sache doch noch kurzfristig ab.