a.i.d.a.-Archiv Muenchen

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Rechte Aktivitäten November 2007


3. November 2007

ALTENERDING. Etwa 20 Neonazis tauchen gegen Mitternacht auf der 8. Altenerdinger Rocknacht im Gasthof Adlberg auf. Die an ihrer Kleidung erkennbaren Personen verhalten sich nach Polizeiangaben aber ruhig, so dass anwesende Sicherheitsleute keinen Grund zum Handeln sehen. Anders schildern die Situation ein Mitveranstalter und ein Musiker. Ihren Aussagen zufolge haben die Neonazis versucht, das Mikrofon der Bühne zu nutzen, um neonazistische Parolen zu rufen. Dies wurde durch das Abdrehen des Stroms unterbunden. Der Wirt des Gasthofs, Günter Hirsch, bestätigt, dass die Gruppe sich häufiger in der Kneipe aufhält, was für ihn kein Problem darstelle, da sie Kunden wie alle anderen auch seien.

 

3. November 2007

MÜNCHEN/REMAGEN. Peter Werner, Vorstandsmitglied der "Bürgerbewegung Pro München- patriotisch und sozial" wird bei der Bundesversammlung der "Bürgerbewegung Pro Deutschland" als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Er ist dort zuständig für den Bereich Organisation. Auf der Versammlung in Remagen referiert ausserdem Rüdiger Schrembs, Sprecher von "Pro München" und bis vor kurzem noch im Landesvorstand der bayerischen NPD, über die kommunalpolitische Arbeit des Vereins.

 

3./4. November 2007

LOHR (Lkr. Main-Spessart). Erneut werden neonazistische Sprühereien in der unterfränkischen Stadt entdeckt. Am Bahnhof von Lohr und in den Stadtteilen Lindig und Sackenbach wird mehrfach das Konterfei von Rudolf Heß gesprüht und Schmierereien wie "Deutschland erwache" und "Werde aktiv" hinterlassen.

 

4. November 2007

BURGAU (Lkr. Günzburg). Unbekannte sprühen im Zeitraum 1. bis 3. November zwei Hakenkreuze mit schwarzer Farbe an eine Gartenmauer.

 

5. November 2007

MÜNCHEN. Die "Münchner Version" der NPD-Schulhof-CD, versehen mit einem eigenen Cover der "Bürgerinitiative Ausländerstop", wird vor dem Luisengymnasium in der Nähe des Hauptbahnhofs verteilt. Unter den, laut Zeugen, fünf bis sechs Neonazis, die die CD an Schülerinnen und Schüler loswerden wollen, soll sich auch Karl Richter befinden. Die Neonazis sind noch vor Eintreffen der von der Schulleitung gerufenen Polizei verschwunden.

 

5. November 2007

WAISCHENFELD (Lkr. Bayreuth). Vor dem Amtsgericht Bayreuth muss sich ein 44-Jähriger wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Anlass war eine "Geburtstagsfeier für Adolf Hitler" am 20. April 2007 in einem Waldstück der Gemeinde Waischenfeld. An der Feier hatten sich mehrere Personen, vor allem Jugendliche mit Tarnanzügen und selbstgebauten Schlagstöcken, beteiligt. Eine andere Gruppe Jugendlicher wollte diesem Treiben ein Ende setzen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung kam es dann zu einem richtigen Gerangel in dessen Verlauf der Angeklagte, so seine Schilderung, seinem von den Gegnern der "Hitlerfeier" bedrängten Sohn zu Hilfe kommen wollte. Dabei machte er sich nach Ansicht der Richterin der Körperverletzung schuldig. Da der Vorfall aber im Grenzbereich der Nothilfe und Notwehr liege und der Angeklagte nicht vorbestraft sei, schlug die Richterin eine vorläufige Einstellung des Verfahrens gegen 1.200 Euro Geldauflage vor. Darauf ließen sich alle Prozessbeteiligten ein.

 

6. November 2007

KELHEIM/ABENSBERG. Wegen Volksverhetzung wird ein 20-Jähriger verurteilt, der bei einer Silvesterfeier 2006/07 in einem Jugendzentrum nazistische Sprüche losließ. Laut Zeugenaussagen habe der Angeklagte u.a. gesagt, Hitlers Judenverfolgung habe medizinischen Zwecken gedient, um durch die Versuche Millionen Menschen zu retten. Die Verbrechen des Nationalsozialismus habe der Verurteilte mit den Worten kommentiert: "Wo gehobelt wird, fallen Späne." Das Gericht sieht in dieser Aussage eine Verharmlosung des Völkermords an den Juden.

 

15. November 2007

NEUMARKT. Zwei Jugendliche, Jürgen W. und Thomas K. (Mitglied der "Kameradschaft Altmühltal"), werden vom Amtsgericht Neumarkt wegen Körperverletzung zu Jugendarrest verurteilt. Die beiden haben nach Überzeugung des Richters in einer Einkaufspassage drei Fürther angegriffen, die sie für eine Gruppe Jugendlicher hielten, von denen sie kurze Zeit vorher angeblich als "Scheiß-Faschos und Scheiß-Nazis" beschimpft worden seien.

 

17. November 2007

FÜRTH. Ein Infostand der NPD in der Fürther Innenstadt provoziert Proteste. Einige junge Leute skandieren "Nazis raus" und entsorgen herumliegendes NPD-Infomaterial. Nach einem Platzverweis für die Gruppe werden einige vorläufig in Gewahrsam genommen, da sie sich laut Polizei trotzdem nicht entfernten.

 

18. November 2007

LANDSBERG. Etwa 100 Neonazis versammeln sich am Volkstrauertag auf dem Friedhof Spötting in der Nähe der JVA Landsberg. Bei der Versammlung werden Reichskriegsflaggen mitgeführt, es wird eine Rede gehalten und ein Kranz niedergelegt. Ursprünglich wollten die Rechten in Bad Wörrishofen demonstrieren, doch antifaschistischer Protest lässt sie nach Landsberg ausweichen. 70 Polizeibeamte sind im Einsatz, es wird wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.
 

18. November 2007

TÖGING (Lkr. Altötting). Zehn Neonazis versuchen, am Volkstrauertag auf dem Töginger Friedhof vor dem Kriegerdenkmal einen Kranz niederzulegen. Bürgermeister und Stadträte, die zuvor bei einer Gedenkveranstaltung die Notwendigkeit der Erinnerung auch mit der Gefahr des Rechtsextremismus begründeten, verhindern dies mit einer Menschenkette vor dem Denkmal.

 

19. November 2007

CHAM. Zwölf Neonazis, darunter auch ein Weidener NPD-Mitglied, mischen sich unter die BesucherInnen einer Veranstaltung der Chamer Friedensinitiative und des Kreisjugendrings gegen Rechtsextremismus. Ganz im Stil der so genannten "Wortergreifungsstrategie" versuchen die Neonazis, die Veranstaltung mit Zwischenrufen und Fragen in ihrem Sinne zu gestalten, was aber von den Veranstaltern mit Wortentzug und Verweis auf das Hausrecht verhindert wird. Die anwesenden Neonazis kommen u.a. aus Cham, Weiden, Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab.

 

22. November 2007

STRAUBING. Weil er seinem Hund ein Hakenkreuz ins Fell rasiert hat, ergeht gegen einen 29-jährigen Straubinger Anzeige. Zudem soll ihm auch die Tierhaltung in Zukunft verboten werden. Der Hund wurde von der Polizei ins Tierheim gebracht.

 

24. November 2007

EBERSBERG. Horst Mahler schickt an mehrere Ebersberger Stadtrepräsentanten (Bürgermeister, Stadträtin und Feuerwehrkommandant) Briefe  in denen er den Holocaust leugnet. Gegenüber der Ebersberger SZ bezeichnet er sein Vorgehen als Teil einer bundesweiten Kampagne mit der er erreichen will, dass die Leugnung des Holocaust nicht länger unter Strafe steht. Mahler, so schreibt die SZ, will erwirken, dass die angeschriebenen "Multiplikatoren" vor Gericht als Zeugen aussagen müssen. Der Staatsschutz hat Ermittlungen wegen Volksverhetzung eingeleitet.
 

27. November 2007

WEIDEN. Ein 23-jähriger Eishockeyfan aus Oberbayern zeigt beim Spiel des EV Weiden gegen die Starbulls Rosenheim mehrmals den Hitlergruß. Nun droht ihm einen Anzeige wegen § 86a StGB Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.