a.i.d.a.-Archiv Muenchen

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Rechte Aktivitäten September 2007


1. September 2007

HALSBACH (Lkr. Altötting). Norman Bordin veranstaltet ein "Geburtstagsfest" mit rund 160 Personen im Landgasthof Gruber des 380-Seelen-Dorfes. Die Polizei führt massive Kontrollen durch, lässt die geschlossene Veranstaltung aber ungehindert stattfinden.
Der Wirt des Landgasthofes, Alois Gruber, scheint zwar von der Gesinnung seiner Gäste zunächst nichts gewusst zu haben, scheint daran aber auch keinen großen Anstoß zu nehmen: „Es wurde nichts verschüttet, nichts beschädigt, hauptsächlich Bier getrunken.“ Auch außerhalb des Gasthauses sei alles in geordneten Bahnen gelaufen, zitiert ihn die lokale Tageszeitung. Ganz so "geordnet" kann es dann aber nicht abgelaufen sein: Drei Personen werden angezeigt, da sie Polizeibeamten den Hitlergruß gezeigt hatten.

 

1. September 2007

LICHTENFELS. Wie der "Fränkische Tag" berichtet, kommt an diesem Samstagmorgen ein polizeibekannter 30-jähriger Staffelsteiner vor der Stadthalle mit anderen Konzertbesuchern eines Festivals in Streit und schreit dabei nationalsozialistische Grußformeln. Ein Besucher, der ihn zurecht weist, bekommt dabei eine Bierflasche über den Kopf. Der Staffelsteiner flüchtet, wird aber gegen 6.10 Uhr von der Polizei aufgegriffen. Er rechtfertigt sich, er sei von "Linken" angegriffen worden. Aufgrund seines Alkoholpegels und der Tatsache, dass er erst vor kurzem wegen einer ähnlichen Sache in Bad Staffelstein von der Polizei gesucht worden war, sind seine Angaben jedoch kaum glaubwürdig.

 

15. September 2007

MURNAU. Bei einem Infostand des NPD Kreisverbands Oberland versammelt sich eine Handvoll NPD-Anhänger in der Murnauer Fußgängerzone, darunter mit Renate Werlberger und Roland Wuttke auch die üblichen Verdächtigen.
 

25. September 2007

MÜNCHEN. Bei einer Veranstaltung des extrem rechten "Kulturkreis Münchner Bürgerverein" referiert der Historiker Dr. Walter Post vor etwa 30 Personen in der Gaststätte "Alt-Münchner Gesellenhaus" über "Die Ursprünge des Kalten Krieges".
 

30. September 2007

MÜNCHEN. Die extrem rechte "Münchner Bürgerintiative Ausländerstopp" hat sich laut eigenen Aussagen am 30. September 2007 in einem Bierzelt auf dem Münchner Oktoberfest formell als Verein gegründet. Anwesend waren u.a. AktivstInnen wie Renate Werlberger, Norman Bordin und Karl Richter. In der Vip-Box des "Winzerer Fahndls" will die rassistische von der NPD gesteuerte Gruppierung den 45-jährigen Karl Richter zum Vereinsvorsitzenden und Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl gewählt haben. Die weiteren Kandidaten sollen demnächst folgen. Als eine der ersten Aktionen ist eine Flugblattverteilung angekündigt. Die "Bürgerinitiative Ausländerstop" ist die zweite extrem rechte Gruppierung die 2008 ins Münchner Rathaus einziehen will. Sie steht in direkter Konkurrenz zu der bereits im Januar 2006 ursprünglich als rechtes Sammlungsprojekt gegründeten "Bürgerbewegung Pro München". Beide Vereine brauchen, um überhaupt an der Wahl teilnehmen zu können, jeweils 1000 Unterstützungsunterschriften aus der Münchner Bevölkerung.

Ob Behörden und Polizei von diesem Treffen auf dem Oktoberfest im Vorfeld wussten, will nun der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Rathaus Siegfried Benker mit einer Stadtratsanfrage wissen. Außerdem frägt er nach Möglichkeiten des Referats für Arbeit und Wirtschaft die Werbung der extrem Rechten mit dem Treffen auf dem Oktoberfest zu unterbinden.