a.i.d.a.-Archiv Muenchen

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Rechte Aktivitäten Mai 2007


1. Mai 2007

NÜRNBERG. Knapp 200 AnhängerInnen der NPD marschieren am ersten Mai unter dem Motto „Gegen die kapitalistische Globalisierung – für eine sozialstaatliche Erneuerung“ vom Nürnberger Maffeiplatz zur Lorenzkirche. Als Redner treten der bayerische NPD-Landesvorsitzende Ralf Ollert, Rüdiger Schrembs (NPD-Landesvorstandsmitglied) und Sascha Roßmüller (stellvertretender NPD-Parteivorsitzender und stellv. Landesvorsitzender) an. Unter den anwesenden Parteifunktionären sind außerdem die Martin und Michael Paulus, Alexander Feyen, Günter Kursawe (Landespressesprecher), Karsten Panzer, Willi Wiener.
Die bayerischen Funktionäre Uwe Meenen (stellv. Landesvorsitzender NPD Bayern), Norman Bordin (JN-Landesvorsitzender) und Matthias Fischer ("Abteilungsleiter Freie Kameradschaften" der bayerischen NPD) demonstrieren derweil ebenso wie Norman Kempken und Thomas Wittke (München) in Erfurt.
Rund 5.000 GegendemonstrantInnen protestieren gegen den NPD-Aufmarsch. Direkt über der Kundgebung der Neonazis hatte die Stadt Nürnberg an zwei Fassaden große Transparente anbringen lassen, die einen Berg von Leichen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau sowie ausgemergelte Häftlinge bei der Befreiung durch US-Truppen sowie den Schriftzug "Nie wieder" zeigen.

 

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3. Mai 2007

REGENSBURG. Veranstaltung im Haus der Burschenschaft "Teutonia Prag zu Regensburg" (und von der Teutonia auch organisiert) mit dem ehemaligen Brigadegeneral der KSK, Reinhard Günzel. Vortragsthema vor ca. 30 BesucherInnen: "Die Transformation der Bundeswehr - Von der Verteidigungsarmee zur Interventionsarmee". Seit seiner Entlassung aus der Bundeswehr, weil er dem CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann nach dessen antisemitischer Rede zur Seite sprang, ist Reinhard Günzel als Multiaktivist des extrem rechten Lagers bekannt geworden: unter anderem durch Texte in der "Jungen Freiheit" und Auftritte bei Burschenschaften oder dem "Institut für Staatspolitik". Zuletzt stellte er in seinem Buch "Geheime Krieger" (im extrem rechten Pour le merité-Verlag erschienen) KSK und GSG9 in die Tradition der Wehrmachts-Spezialeinheit "Brandenburger".
 

8. Mai 2007

MÜNCHEN. Die neonazistische Mahnwache auf dem Marienplatz unter dem Motto "8. Mai 1945 - wir feiern nicht!" stößt in der extrem rechten Szene auf geringes Interesse. Im strömenden Regen versammeln sich nur langjährige AktivistInnen wie Norman Bordin, Roland Wuttke, Thomas Wittke, Pia Veitl, Aris D. und Sebastian Glötzl zum geschichtsrevisionistischen "Gedenken". Das Bild der von der NPD Oberbayern beworbenen Mahnwache entspricht dem üblichen Schema: Schwarz-weiß-rote Fahnen, Bayern-, Preußen- und Ostpreußen-Fahnen, Fahnen der Stadt Augsburg und welche mit dem neonazistischen Symbol "Good night left side!" rahmen das bekannte Transparent ein: "8. Mai. Besiegt und besetzt. Wir feiern nicht!" Die 22 TeilnehmerInnen brechen bereits nach einer Stunde die ursprünglich auf drei Stunden angemeldete Versammlung ab.

Bild der Mahnwache
8. Mai 2007: Nur wenige Neonazis finden sich zur Mahnwache in strömendem Regen ein (Foto: mp)

 

 

 

15. Mai 2007

AUGSBURG. Nach einer Hausdurchsuchung bei einem 20-jährigen Mitglied des örtlichen NPD-Kreisverbandes laufen gegen diesen nun nicht nur Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, sondern auch wegen Drogenbesitzes und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Untersuchungen der Polizei starteten bereits im Dezember 2006. Damals fiel eine Sendung an das vom Beschuldigten unterhaltene Postfach in Augsburg auf. Das Paket aus den USA enthielt CDs, DVDs, T-shirts und Aufkleber mit Hakenkreuz-Emblemen bzw. anderen rechtsradikalen Aufdrucken. Offenbar sollten diese Dinge in Schwaben weitervertrieben werden.
 

26. Mai 2007

AMBERG. Zunächst fällt ein für Bayreuth angekündigtes Rechtsrockkonzert mit den Bands "Propaganda" (Horb, Baden-Württemberg), "Soko 18" (Franken), "Cherusker" (Zittau, Sachsen), SKD (Gotha, Thüringen) und "Spreegeschwader" (Berlin) aus. Die Veranstalter hatten eine Halle unter dem Vorwand einer "privaten Feier" angemietet. Nachdem jedoch die Polizei vorab den Vermieter über den Hintergrund der Veranstaltung informiert hatte, trat dieser von seinem Mietvertrag zurück. Für eine Ersatzveranstaltung erteilte das städtische Ordnungsamt keine Erlaubnis. Die beiden Bands "SKD" und "Soko 18" erlebten hier bereits das zweite Konzert innerhalb weniger Tage, das durch die Polizei beendet oder verhindert wurde: eine Woche vorher hatte die thüringische Polizei ein ebenfalls als "private Geburtstagsfeier" deklariertes Konzert in Arnstadt-Rudisleben aufgelöst.
Die angereisten Rechten reisten jedoch per Bahn weiter nach Amberg, wo die etwa 200 Neonazis zwar ebenfalls von der Polizei in Empfang genommen wurden, aber nach kurzem Fußmarsch vom Bahnhof unbehelligt im "Pilspub 500" feiern konnten. Die Kreisstadt in der Oberpfalz hat bis heute einen "guten Ruf" in der rechten Szene: Amberg war Sitz der "Sektion Bayern" des internationalen Neonazi-Skinhead-Netzwerkes "Blood and Honour", das in Deutschland im September 2000 verboten wurde.
In der "Rock-Kellerkneipe" spielten dann auf: "Noise of Hate" (Amberg), "Sturmpropheten" (Stuttgart), "Feldherren" und "Spreegeschwader". Vorgetragen wurden unter anderem auch Lieder der als kriminelle Vereinigung verurteilten Berliner Band "Landser". Laut der Amberger Zeitung verließen die letzten Gäste erst in den frühen Morgenstunden das Lokal, das in dem Blatt als "ein bekannter Treff der Rechten in Amberg" bezeichnet wurde.